Übersichtskarte

Back again!

Dienstag, 25.09.2012

Der Tag des Abschieds rückt näher und wir überlegen, wie wir uns von den Kindern verabschieden können, da hat Luisa die Idee: Mit „Vorratsschrank“ im guest house ist doch noch der Wackelpudding! Gut, den soll es nun also geben. Wir belagern die Küche und präparieren rote, gelbe und grüne Götterspeise, umringt von vielen Schaulustigen. Über Nacht nehmen wir damit den Kühlschrank in Beschlag und am Freitag nach dem Mittagessen darf endlich probiert werden! Die Reaktionen waren schon interessant ;-) Also die neue Leibspeise wird das wohl nicht, aber die Geste ist angekommen ;-)

Nachmittags machen wir uns noch ein letztes Mal auf zum trading center/ market, um Mangos für eine letzte Mango-Time zu erstehen. Als wir auf dem Rückweg am café vorbeikommen, beschließen wir, dem auch noch einen Besuch abzustatten. Ich trinke endlich mal einen chai (im Buch „Die weiße Massai“ wird gefühlt jede Seite einer getrunken, aber für mich hatte sich das irgendwie noch nicht ergeben : ) ) und wir bestellen jeder einen Dumplin: „We don’t have“, sagt die Betreiberin – was jetzt aber noch lange nicht heißt, dass wir keinen kriegen! Schnell wird irgendwer mobilisiert, der losrennt – anscheinend Dumplins besorgen, bei der Konkurrenz.. Und in der Tat: Kurz darauf kriegen wir welche serviert : )

Abends heißt es dann für mich ein letztes Mal einschlafen bei typischer Langobaya-Gersäuschkulisse. Hier gibt es zwar keine Moschee wie in Malindi, aber dafür eine Kirche, die nachts scheinbar als Übungsraum für (mehr oder weniger begnadete..) Sänger dient. Am nervigsten ist, dass sich das Repertoire auf ganze zwei Lieder beschränkt. Die „Übungszeiten“ liegen so zwischen 21.30-1.00… Naja, Frösche, Grillen und hin und wieder ein Esel sind mir da lieber : )

Heute Vormittag kam dann noch ein „Highlight“ auf mich zu: Mein Bettzeug und das Riesen-Moskitonetz freuten sich darauf, per Hand gewaschen zu werden.. Gut, hatte ja eh vorgehabt danach nochmal duschen zu gehen ;-)

Zum Mittag gab es dann Gidheri – wie am ersten Tag : ) Um 14.00 wurde ich dann zum letztmöglichen Bus in Richtung Malindi „eskortiert“, was schon eine traurige Sache war.. Als der Bus dann kam, habe ich nur das mehr als gut beladene Dach gesehen, um mich gefragt, wo da bitte noch mein Koffer und mein Backpacker hinsollen…?? Aber irgendwie hat natürlich auch das geklappt und die Fahrt ging los. Als der Bus da eintraf, war ich irritiert, denn er fuhr nicht zum Busbahnhof.. Des Rätsels Lösung: Er fuhr direkt zur Tankstelle, denn er hatte keinen Sprit mehr. Das Problem: Die Tankstelle auch nicht… Also schleppt sich der Bus nochmal weiter und fährt eine weitere Tankstelle an.. Nach Ewigkeiten werden wir bedient (mir nur Recht, muss eh die Zeit bis 2.00 morgens totschlagen ;-) ) und fahren dann schließlich doch noch den Busbahnhof („stage“) an.

Nach ein paar Stunden in Lutz‘ Haus wurde ich dann von Gabriel abgeholt und wir fuhren zum Moi International Airport in Mombasa. Dort kam ich gegen 22.30 an – und alles war zu.. ?!?! Ein Sicherheitsbeamter meinte dann, der Flughafen würde erst um 0.00 wieder öffnen… Na, immerhin ;-) Also „ganz gemütlich“ mit meinen Koffern in der Vorhalle gewartet.. hatte außerdem tierisch Hunger, denn wider Erwarten hatte es in Lutz‘ Haus kein Abendbrot gegeben… aber am Airport hieß es dann „willkommen bei den Touristen-Preisen“ und für so ein kleines vertrocknetes Stück Pizza sollten 300 Ksh berappelt werden… hatte nur noch 200,00 und so war mein Abendessen ein kleines Kindereis ;-) Mit den Flügen hat dann alles gut geklappt und wir sind sogar „ahead schedule“ am Sonntag Nachmittag in Frankfurt gelandet.

Jetzt bin ich den 2. Tag wieder hier und freue mich sehr : )))

Ganz liebe Grüße aus BERLIN

eure Connie

Wackelpudding-Zubereitung Farewell-Dessert Kritische Betrachtung.. ;-) Packen.. ein letztes Mal Gidheri Mein Zimmer ganz leer... Abflug in Addis Ababa Sonnenaufgang Die Maschine von Kenia nach Äthiopien

Fotos nachgereicht

Freitag, 21.09.2012

So, und hier die Fotos (habe gerade doch nochmal 40 MB gekauft ;-) )! Ich gebe Englisch-Nachhilfe Frühstück in Malindi Drei Mädels und ein Tuktuk Tana Guest House in Malindi Hier hat jemand gar keine Vorurteile... ;-) Matatu Hell's Kitchen  Im Am Abgrund... Marafa Essen gehen auf kenianisch Rauf auf den Laster Drei Mädels und ein Laster motorbike ride Ein Motorrad im Fluss I-Ah office work Mango-Time Khanga-Modenschau (das ist aber nicht meiner ;-) ) Mais sortieren Manchmal wird die Warterei einfach zu viel... Mais stampfen Baraka III liest Bettina macht ihre Hausaufgaben Ein letztes Mal Markt Der Khanga-Stand in Langobaya Ein letztes Mal Halle wischen.. Kindergarten-Nachhilfe Und ein letztes neues Outfit : )

Soon you will smell Europe again..

Freitag, 21.09.2012

Letzten Freitag war es Zeit für unseren letzten Malindi-Ausflug. Wir – das waren jetzt nicht mehr nur Luisa und ich, sondern inzwischen war auch die nächste Praktikantin in Langobaya eingetroffen, die bis März bleiben wird. Nachdem Luisa alles Nötige für die
Verlängerung ihres Visums in die Wege geleitet hatte, machten wir uns noch einmal auf nach Watamu – dieses Mal sogar mit Badesachen ;-)

Nachdem ich also ein letztes Mal durch den Indischen Ozean gewatet bin (schwimmen kann man nicht wirklich sagen, eine entsprechende Tiefe kriegt das Meer erst soweit draußen, da kommt man ohne Boot kaum hin : p ), war es wieder mal Mittagszeit und wir suchten (dieses Mal mit einer Kartenskizze bewaffnet) zum zweiten Mal nach besagtem deutschen Restaurant – und fanden es tatsächlich (waren wirklich stolz, Hinweisschilder
werden ja auch überbewertet..)! Allerdings stellte sich das Restaurant als Bistro
heraus – Mittag gab’s hier also nicht.. Dafür aber Birnenkuchen und ähnliches.
Wir bestellten etwas zu trinken und stöberten in deutschen Zeitschriften à la „Gala“ und „Bunte“, fühlten uns wie beim Frisör und frischten unsere Royals-Kenntnisse auf ;-)

Zurück in Malindi begaben wir uns noch einmal auf Khanga-Jagd und fanden schließlich sogar ohne local guide einen der schönen Stoffläden vom letzten Mal wieder. Und sie hatten sogar noch den einen Khanga, den ich letztes Mal schon ins Auge gefasst hatte (der Blau-Gelbe, den Luisa auch hat). Jedoch wollte der shop keeper auf einmal 800 Ksh dafür haben, dabei hat Luisa letzte Woche für exakt denselben 450,00 bezahlt. Der
Verkäufer beharrt aber darauf, dass dies ein viel besserer Stoff sei und bleibt
bei seinem Preis – also keinen Khanga für mich.. Ein weiterer Kunde hat unser
Gespräch mit angehört und meint, dass die Preise hier so hoch seien, da die
Inhaber Kikuyus wären; er könnte uns einen anderen Laden (offensichtlich von
einem anderen Stamm) zeigen, der günstiger wäre. Na gut – so lernen wir noch
weitere schöne Stoffläden kennen, aber einen anderen Khanga finde ich nicht
mehr : (

Am nächsten Tag treffen wir Kwicha in Malindi, um mit ihm nach Marafa zu fahren (dort liegt Hell’s Kitchen). Wir besteigen ein wirklich abenteuerliches Matatu und los geht’s.
Kurz darauf geraten wir wieder mal in eine Polizeikontrolle. Nach kritischer Beäugung des Matatus wendet sich der Polizist dann an die Fahrgäste – statt mit
dem Fahrer zu sprechen! – und weist darauf hin, dass man sich anschnallen
sollte. Auf das „Argument“, dass nun mal keine Gurte vorhanden seien, kann er
nichts erwidern und wir dürfen weiter fahren..

Wenig später müssen wir erneut anhalten. Alle schnattern aufgeregt durcheinander. Als ich frage, was los sei, meint die Dame neben mir: „Somebody is dead!“ – oha, ich gehe also davon aus, dass gerade ein schlimmer Autounfall passiert ist, aber nein – kurz darauf
werden wir Zeuge einer Prozession geschmückter Wagen, die wie nach einer
Hochzeit Kolonne fahren. Statt dem Brautauto fährt in der Mitte allerdings ein Leichenwagen und aus dem geöffneten Autodach werden große Bilder des Verstorbenen gehalten – und doch herrscht fast so etwas wie Partystimmung. Ich erinnere mich an eine
Beerdigung, die ich in Langobaya besucht habe. Ein siebenfacher Familienvater
war bei der Arbeit von einem Mangobaum gestürzt und hat sich dabei tödlich
verletzt. In Kenia ist es sehr wichtig, dass möglichst viele Menschen auf einer
Beerdigung erscheinen – ob man den Verstorbenen nun kannte oder nicht. Die
Beisetzungen erfolgen traditionell auf dem Grundstück der Familie, nachdem der
Leichnam einen Tag lang aufgebahrt wurde. Wir erreichen also das Grundstück der
Familie und es herrscht regelrechte Volksfeststimmung – es gibt etwas zu essen,
Khangas werden verkauft und Musik läuft. Nach einiger Zeit machen auch wir uns
auf zu dem Zelt, das in der Mitte des Grundstücks steht. Darin steht der Sarg
mit einem „Fenster“ und davor sitzt die Ehefrau und weint um ihren Mann. Wir
schreiten am Sarg vorbei und ich sehr zum ersten Mal einen toten Menschen. Besonders
einprägsam war aber der Geruch, der in dem Zelt herrschte – nicht schön.
Anschließend wurde der Sarg beigesetzt. Die Kinder der Familie waren völlig
verzweifelt, aber das schien die „Feierlaune“ der anderen Gäste nicht weiter zu
bremsen. Nun herrscht hier eine andere Auffassung vom Tod – man trauert nicht
(es sei denn man ist ein sehr enger Angehöriger), sondern ehrt mit seiner
Anwesenheit den Toten (und kann dabei dann sozusagen „auch Spaß haben“) – schon
gewöhnungsbedürftig. In Anlehnung an meine Examensklausur in Deutsch (lang,
lang ist’s her ;-) ) habe ich mir in der Zeitung übrigens auch mal die
Todesanzeigen angesehen und das ist schon was anderes, als in Deutschland. So
gut wie jeder wird „promoted to God’s glory“, dazu gibt es ein Foto und teilweise
auch einen kurzen Text, was passiert ist („tragic road accident“, „mean murder“
o.ä. – viele unnatürlich Todesursachen!). Anschließend werden sämtliche
familiären Beziehungen desjenigen aufgelistet, das nimmt schon mal locker
mehrere Absätze in Anspruch! Abschließend erfolgt dann oftmals noch der
Hinweis, wie man den Angehörigen Geld zukommen lassen kann.


Und zwar erfolgt ein Großteil aller finanziellen Transaktionen hier nicht über Konten – viele Menschen haben schlicht keines -, sondern über das Handy! Das Ganze nennt sich „Mapesa“ und funktioniert wie folgt: Man lädt sein eigenes Guthaben entsprechend auf und schickt den gewünschten Betrag dann über eine besondere Nummer auf das Handy
des Begünstigten. Der kann dann in einen Mapesa-Shop gehen, die entsprechende
Benachrichtigung vorzeigen und kriegt den Betrag ausgezahlt!


Verstärkt sind mir in der letzten
Zeit hier doch immer wieder die Bettler aufgefallen. Gerade am Busbahnhof kamen
Leute auf uns zu, gaben uns die Hand, „How are you?“ usw. und dann: „Give me 50
Shilling!“ Auch die Kinder werden in letzter Zeit fordernder: „When you get
home, you send me xxx!“ Naja, was ich hoffe, ist, dass die Harry-Potter-Bände 6
und 7 für Moses noch ankommen, denn auf die freut er sich sehr.

Jetzt aber zurück zu unserem
Ausflug nach Hell’s Kitchen! Hierbei handelt es sich um Erosionsrinnen von mehr
als 30m Tiefe gebildet – erinnert irgendwie an den Grand Canyon : ) Nachdem wir
doch mehr als erwartet zahlen mussten, „because there was a change“ (was ist
das denn bitte für ein Argument??) betraten wir also die Küche der Hölle. Der
erste Blick hinab ist sehr beeindruckend und auch später finden sich sehr
interessante Sandsteinformationen.

Anschließend musste Kwicha zurück
nach Malindi, kümmerte sich aber vorher noch um unseren Rückweg. Schließlich
wies er auf einen Laster mit Baumaterialien und meinte, dass dieser uns in ein
Dorf bringen würde, wo dann wiederum sein Cousin mit seinem Motorrad auf uns
warten würde, um uns über Baricho bis an den Fluss zu bringen, wo uns dann
wiederum jemand anderes rüberbringen würde und dann müssten wir ja „nur noch“
den Weg zu Fuß ins Heim zurückfinden… das ist doch mal ein toller Plan. Richtig
begeistert war ich nicht, aber irgendwie mussten wir schließlich wieder zurück.
Also rauf auf den Laster (zur allgemeinen Erheiterung der Dorfbevölkerung), wo
bereits einige Männer ebenfalls auf die Abfahrt warteten und los ging’s.
Irgendwann stoppte der Laster und uns wurde signalisiert, dass wir hier
absteigen sollten. Das nannten wir dann mal pures Vertrauen in Kwicha, denn in
diesem Dorf lag mehr als der Hund begraben.. Aber tatsächlich: Nur ca. 10
Minuten später erschienen aus dem Nichts zwei motorbikes und einer der Fahrer
stellte sich als „Kwicha’s cousin“ vor. Wir stiegen auf und los ging’s. Meiner
hatte zwischendurch keinen Sprit mehr und so schob er an einen Kiosk heran, der
mal eben unter der Ladentheke einen Benzinkanister hervorzauberte… Afrika..

Nach einigen weiteren Stopps –
man kennt sich schließlich ;-) – erreichten wir nach über einer Stunde Fahrt
dann wohl behalten den Fluss und es ging ans Bezahlen: Kwicha hatte gesagt,
dass es 500 Ksh kosten würde, ein motorbike zum Fluss zu nehmen. Das kann man
ja nun aber auf verschiedene Weisen verstehen: Ich bin davon ausgegangen, dass
500 Ksh pro Person gemeint sind, sprich insgesamt 1500,- . Luisa hatte es so
verstanden, dass dies der Preis pro Motorrad ist, also 1000,- insgesamt. (Das
haben wir schließlich auch bezahlt). Und trotzdem gab’s Zuhause „Ärger“ von
Kwicha, dass wir zuviel bezahlt hätten, der er hätte 500,- insgesamt vereinbart. Also nächstes Mal doch wieder genauer
Nachfragen, aber das führt zurück zu einem anderen Problem ;- ) (s. früheren
Eintrag).

Eine nette Diskussion, die hier seit ein paar Abenden immer wieder aufkommt, ist die „Haar-Frage“ : ) Die Kinder verstehen nicht, warum wir uns nicht auch die Haare abrasieren – „everybody does it!“ Da wir unsere nun aber doch behalten wollten, sind sie jetzt stattdessen sehr darauf bedacht, dass wir sie auch ordentlich waschen. Vor
allem Rajab hat unsere „Duschordnung“ voll im Griff : )) „Connie, today it’s you
and Giny, and tomorrow it’s Luisa!“ –  stimmt : )

Nach einem letzten Pep-Talk von
Kwicha (über die Bedeutung von Bildung etc. … - er hat ja recht, aber er ist
einfach kein guter Redner…), gab es einen unangekündigten großen Hefte-Check
der Kinder. Wir sollten schauen, ob regelmäßige Eintragungen vorhanden waren.
Erst habe ich den Sinn der Aktion nicht ganz verstanden („sicher wird doch was
in ihren Heften stehen“), aber dann war der Schock doch groß. Manche der Kinder
haben über Monate einfach nicht mitgeschrieben (wobei ich ihnen dabei gar nicht
mal bösen Willen unterstellen will) und es ist niemandem aufgefallen. Das
erklärt auch, warum hier jeder, der es sich irgendwie leisten kann, sein Kind
auf eine private school schickt und eben nicht auf eine solchen public school –
die Lehrer sind heillos überfordert.


Neulich war dann auch noch mal
eine von Mamas Askahs Töchtern zu Besuch (sie hat 8 Töchter und 2 Söhne!) und
prompt lautete ihr Khanga-Spruch „Eine Mama ist eine Mama.“ Ich habe mich sehr
gefreut, weil ich dachte, dass es Mahenso (die Schneiderin) ist, und ich
endlich zu meinem vor sechs Wochen über Mama Askah in Auftrag gegeben Rock
komme – aber es war Mapenzi, die Krankenschwester. Naja, einen Tag bin ich noch
hier – ich bin mal gespannt : ) (Mama Askahs Reaktion war übrigens: „You just
wait.“…. gut, dass ich die anderen Röcke woanders in Auftrag gegeben habe ;-) )

 

Positiv überrascht war ich
wiederum, dass dort bereits unsere Einkaufstaschen unversehrt auf uns warteten.
Diese hatten wir nämlich von Malindi aus nicht mit nach Hell’s Kitchen
schleppen wollen und daher am Busbahnhof abgegeben, mit der Bitte, diese mit
dem nächsten Bus nach Langobaya zu schicken. Und siehe da – hat alles geklappt
: ) Der Busfahrer, der mich inzwischen schon erkennt, war ganz traurig, dass
wir nicht selbst mit „seinem“ Bus fahren würden. Wir unterhielten uns noch etwas und als er
erfuhr, dass ich bald wieder zurückfliege, meinte er: „Aaaaah, so soon you will
smell Europe again!“ – und ich dachte „Jaaaaaa!! : )))“ Baraka III war übrigens
auch ganz süß, als er neulich meinte: „Connie, when are you leaving again?“ –
„On Saturday.“ – „No, on Monday!“ – „No, Baraka, on Saturday!“ – „When are you
talking to your mom again?“ – „I guess tomorrow, why?“ – „I need to speak to
her! I need to tell her that you are leaving on Monday!” – “And what do we do
on Monday?” – Pause  - “Then… I need to
talk to her again and tell her next
Monday!” : )) Fühlte mich be idem ganze Arrangement zwar etwas übergangen, aber
süß war’s trotzdem : )


Ansonsten ist die Zeit der “letzten
Male” angebrochen: ein letztes Mal Handwäsche, ein letztes Mal dining hall
wischen, meinen Abschlussbericht an die KKH verfassen und ein letztes Mal zur
kindergarten-tuition gehen. Nachdem ich das letzte Mal über „children’s rights“
sprechen durfte, ging es gestern um „table manners“ – naja, die Kids waren
jedenfalls sehr aufmerksam ;-)

Gestern kam dann das Gespräch auf
Flugzeuge im Allgemeinen, weil ich ja meinte, dass ich in ein Flugzeug steigen werde.
Die Fragen der Kinder waren sehr niedlich:

        
„What do you do when the guy comes who collects the money and you don’t have enough?“

       
“Do you have your own bedroom in the airplane?”

        
“Do they also ring the bell when it is time to eat?”

 

Maybe… : )) I will see how it is on Sunday!


Bis bald in Deutschland! Und vielen lieben Dank für eure Kommentare hier im Blog, habe mich immer sehr gefreut : )))

Eure Connie

PS: Bilder folgen in einem separaten Eintrag, ich habe nicht mehr viele MB frei und habe Angst, dass er mir sonst abschmiert, bevor der ganze Eintrag online ist.

Das Schaf auf dem Motorrad

Donnerstag, 13.09.2012

Am 03.09. fing die Schule wieder an – eigentlich zumindest. Genau genommen sind die Kinder bis einschließlich heute hier gewesen und es sieht auch nicht so aus, als würde sich das morgen ändern. Und Montag? „I don’t know! We wait and see..“ Was war also passiert? Die Lehrer sind im Streik. Sie verlangen mehr Gehalt, was sicherlich gerechtfertigt ist. Aber direkt mit einer Forderung von einer Lohnerhöhung um 300% (!!) in die Gespräche zu gehen, ist wohl doch etwas übertrieben. Nun hat das ganze aber schon eine lange Vorgeschichte, die Streiks haben quasi „Tradition“. So wurde den Lehrern auch
schon mehrfach eine Lohnerhöhung seitens der Regierung zugesagt, zu der es de facto aber nie kam. Nun meinen die Lehrer es diesmal also wirklich ernst und haben komplett und landesweit die Arbeit niedergelegt. Das betrifft neben den primary schools auch die secondary schools, die Berufsschulen und die Unis. In Nairobi kommt es zu Demonstrationen und es werden Ausschreitungen befürchtet und die arme Nelly ist mittendrin. Lehrveranstaltungen finden jedenfalls keine statt, sagt sie.

Es gibt Drohungen gegen jeden Lehrer, der es „wagt“ zur Schule zu gehen und bewaffnete "Patrouillen“ kontrollieren, dass auch wirklich keiner erscheint. Inzwischen sind auch einige private schools betroffen, da der Druck seitens der Streikenden auf die Privatschullehrer massiv verstärkt wurde, mitzuziehen. Die aktuelle Maßnahme der Reigierung ist nun, den Streikenden mit sofortiger Wirkung das Gehalt auszusetzen. Unser Kindergarten teacher traut sich aber noch zu kommen. Abends läuft das Radio, um zu hören, wie die Verhandlungen laufen und ob am nächsten Tag eventuell wieder Schule ist –aber danach sieht’s zur Zeit nicht aus. Und das, nachdem andererseits ja extra während der Ferien Unterricht war, weil sonst das Curriculum nicht geschafft werden würde…

Die Kinder haben wohl aber trotzdem kein "Feriengefühl", denn sie werden stark eingespannt. Ein Großteil der letzten Woche war z.B. dem Mais "gewidmet". Erst wurde er vom Feld geholt, dann gepult (Blasen!!), dann zum Trocknen ausgelegt, dann zum Teil zu Mehr verarbeitet etc. etc. etc. ... und ratet mal, was es abends zu essen gab? : p

 Der Kindergarten-Unterricht findet wie gesagt statt, aber trotzdem streunen seit gestern zwei der Kids aus den rental homes, die eigentlich auch den Kindergarten besuchen, hier den ganzen Tag (ohne Schuluniform) rum. Ich spreche Mr. Gabriel (den Lehrer) darauf
an, und er sagt, er musste die beiden „entlassen“, da das Schulgeld schon länger aussteht..  Die Mutter hat aber auch keine weitere Betreuungsmöglichkeit, sodass die Kinder (2 und 4 Jahre) nun also den Tag über auf sich gestellt sind.. kann man gar nicht glauben, oder?

Und das sind keine Einzelfälle. Die Sache ist nämlich die, dass der Besuch der primary school seit einigen Jahren zwar kostenfrei (mehr oder weniger..) und auch (mehr oder weniger)obligatorisch ist, allerdings wird hierfür der erfolgreiche Besuch eines
Kindergartens (also mit bestandener Abschlussprüfung) vorausgesetzt. Und jetzt
kommt der Witz: Der Kindergarten ist natürlich nicht umsonst! Also total durchdacht die Sache..

Sehr witzig hingegen sind immer wieder die Kleidungsstücke, die die Kids hier so ausgraben.. Da merkt man schon sehr die Verbindung zu Deutschland, wenn Moses mal wieder sein „Fit wie’n Turnschuh“ –T-Shirt ausgräbt und Rajab (ein kleiner Raudi) mit seinem „Tanzgarde: Tanja“ –Shirt rumläuft  : pppp Auch im Angebot: „Allgäu Marathon: Marathon mit Aussicht!“ ;-))) Dazu noch diverse Werbeshirts mit Firmenlogos, die fleißig getragen werden  - da können sich die Firmen freuen, allerdings wird es wohl nicht wirklich ihren Umsatz steigern ;-)

Insgesamt sind die Deutschkenntnisse der Kinder schon nicht zu verachten! Neben „Guten Morgen“, „Guten Abend“, „Schlaf gut“, und „Wie geht’s?“ , „Gut, und dir?“
singen sie auch gerne „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger“ : ))) (Das trauen sie
sich wenigstens, andererseits würden sie nie direkt zu Mama Askah oder so gehen
und sagen, dass sie Hunger haben.) Fridah merkt sich außerdem schon ein paar
Wochen die Wörter „Schildkröte“ und „Schmetterling“ – ich dachte, ich fang mal
mit was Kurzem an ;-))

Lustig ist auch, wie vor allem Nelly (aber auch Kwicha) hier bei manchen ihnen gestellten Fragen (jajaaa : ppp) ausholen, als wenn man gerad gefragt hätte, wo eigentlich die kleinen Kinder herkommen, dabei war es wirklich nur eine kurze Frage : )))) Das geht
dann so: „Which bus will we take tomorrow?“ – tiiiief Luft holen – nochmal überlegen
– dann: „Okaaaaay… [Pause]… ähmmm…. [Pause]…. we will have to wait and see.“
;-))) Ne, manchmal folgt tatsächlich eine richtige Antwort, aber deren „Vorbereitung“
ist sehr lustig zu beobachten : )

Außerdem konnte ich meine „Khanga-Kenntnisse“ vertiefen : ) Dass der Spruch wichtig ist, wusste ich ja schon, aber der hat wirklich erstaunliche Auswirkungen, das denkt man gar nicht! Bei Mama Askah gilt zum Beispiel die Devise „Neuer Khanga – neue Laune“! Auch wenn sich ihre Laune(n!) in letzter Zeit nochmal ziemlich verschärft haben, gibt es auch immer Tage, an denen sie einen im zarten Blau auswählt und bestens gelaunt durch die Gegend tänzelt – und, wer hätte das gedacht, der Spruch auf eben diesem Khanga lautet
auch gleich sowas wie „Mama ist gut.“ : ))

Als wir unsere ausgewählt haben, hat mir ein anderer (als der, den letztlich genommen habe) farblich ja fast sogar noch etwas besser gefallen, allerdings lautete der Spruch grob übersetzt: „Es sind nicht die Orangen, es ist nicht die Ananas, was ist es also, das dich
stört?“ ;-) Der shop keeper meinte auch direkt, dass ich damit „careful“ sein solle. Man würde sowas nur tragen, wenn man zum Beispiel Streit mit den Nachbarn habe, um ihn quasi zur Aussprache zu bewegen… ;-)

Was den lieben Leutchen hier bei ihrem Zeitverständnis völlig fremd ist, ist sowas wie Multi-Tasking.. Folgende Situation: Abdallah (der sich – um’s mal vorsichtig auszudrücken – wirklich nicht um Arbeit reißt) muss seinen monthly report über seine Arbeit als
Sozialarbeiter schreiben… „Connie, do you know how to write a report?“ --- tja, was sagt man… erstmal die Lage checken ;-) „What kind of report?“ … naja, and so on and so on… bi ser mich doch tatsächlich glaubend macht, dass er wirklich viel zu tun hätte und mit
einer bereits vorbereiteten Stichpunktliste lockt, sodass ich mich breitschlagen lasse.. Ende vom Lied: Ich sitze am PC, formuliere seinen gesamten Bericht und er sitzt daneben und schaut mir zu… ganz klasse ;-) Und dann quatscht er mir auch noch ständig rein. Ich tippe weiter – er verstummt – ich: „What is it? I’m listening!“ – ne, du schreibst doch  - das geht gleichzeitig! – „Noooo!! [großes Gelächter] That is absolutely impossible!!“ ;-) (Habe es natürlich doch hingekriegt, hätte mal um was wetten sollen ;-)) ) Übrigens hat er mir am Ende des Berichts ohne rot zu werden noch einen letzten Satz diktiert: „This report
was written by Abdallah xxx..“ - jap, genau ;-)

Heftig ist aus europäischer Sicht die (wenn auch etwas versteckte) vorhandene Zensur hier im Land. Es gab z.B. viel Ärger mit einigen „area chiefs“, die sich sehr unkooperativ gezeigt haben und Berichte, die sie für die Kinder aus ihrer jeweiligen Gegend hätten aufsetzen müssen schlicht nicht geschrieben haben etc.  – also habe ich das so in den Bericht geschrieben. Abdallah: „No, we cannot write it like that!“ – „But that is what happenend!“ – “Yes, but we cannot write that.” – “So you want me to write that everything is fine??” – “Yes, let us write that! I think that’s better.” …?!?! Kwicha ist da wenigstens nicht ganz so unterwürfig wie Abdallah. Er hat jetzt eine neue Position und vertritt die Heime der Region auf Bundesebene. Letzte Woche hatte er z.B. sogar ein Treffen mit dem Entwicklungsminister, wo er dann wohl auch einige Missstände angesprochen hat –
allerdings raunte ihm daraufhin der Vertreter einer anderen Region zu: „You better keep quiet now or we will have to visiti you in the prison.“ – so viel zur freien  Meinungsäußerung… dabei sind viele Dinge hier reine Schikane. So werden die Kinder dem Heim z.B. immer nur für drei Jahre übergeben, dann müssen sämtliche Formalitäten erneut durchlaufen werden (inkl. Vorstellung der Kinder vor einem Gericht in Malindi etc..). Aber das ist nur einer von vielen Punkten.

Süß war übrigens eine nächtliche Begegnung der besonderen Art, die Luisa und ich neulich hatten: Wir sind der Ursache der nächtlichen Geräuschkulisse im guest house auf die Schliche gekommen – anders gesagt: We met Batty, the bat : )) (s. Foto)

Um ganz im kenianischen Zeitgefühl anzukommen, geht übrigens seit gut zwei Wochen meine Uhr nicht mehr….wahaaa, hate it ;-)

So, jetzt aber zum Schaf auf demMotorrad! Letze Woche war eine alte Praktikantin mit einer Freundin zu Besuch, deren Firma etwas Geld gespendet hat, damit hier eine neue Ziege gekauft werden kann. Kwicha zieht mit Katja also los, um eine zu suchen. Und
das taten sie am Tag darauf noch einmal.. und am Tag darauf.. und – jedenfalls war
das eine längere Aktion ;-) Schließlich fanden sie dann eine – na gut, eine Schafsdame, aber ist ja fast dasselbe.. und die war auch gleich schwanger, sodass das also ein gelungener „Coup“ war und sie „Catwoman with batman inside“ getauft wurde ;-) Jedenfalls zogen die beiden also wieder mit dem Motorrad ab – „But I think you are getting the sheep now?“ – „Yes!“ – „On the motorbike??“ – „Why not? Is there a problem?“ ..öhmm, naja, also… „Apparently not!“ ;-) Des Transporträtsels Lösung schaut ihr euch am besten auf dem Bild an : )

Niedlich ist auch, wie süß sich manche der Kids um ihre Aufgaben kümmern. Micah gehört z.B. ein kleiner Baum auf dem Gelände, den er hingebungsvoll pflegt – man könnte auch sagen, er setzt ihn täglich unter Wasser, aber so gießt man hier nun mal : ) Der Baum wird also geflutet, Micah betrachtet sein „Werk“ und sagt: „That is enough – well, for today at least!“ : )

Seit gestern ist auch die nächste Praktikantin da, was nochmal richtig Leben in die Bude bringt : ) Morgen werden wir zu dritt nach Malindi fahren, da Luisa ja noch länger im Land bleibt und ihr Visum verlängern muss (mehr als drei Monate werden bei der Einreise nicht
ausgestellt, da würde man sich schließlich um eine Einnahmemöglichkeit berauben…).
Am Samstag versuchen wir dann nochmal nach Hell’s Kitchen zu kommen – ob das
was wird, erfahrt ihr dann nächste Woche ;-)



Liebe Grüße aus Langobaya

Connie

 

Batty, the Bat Beim Mais-Pulen.. Mais, Mais, Mais Das muss alles noch gemacht werden... Die Maiskörner werden getrocknet Ich kaufe Stoff für einen neuen Rock. ... und bringe ihn anschließend gleich zur Schneiderin. Want some fish? Kwicha mit dem Schaf auf dem Motorrad : ) There she is: Catwoman! Skons zum Frühstück Dumplins zum Frühstück Blossoms Haare werden aufgeflochten Alles offen : ))) Und wieder neue Zöpfe rein! Ameisen-Invasion in meinem Bad... iiiih... ein Hoch auf Fridahs

"The Chick Problem“ – und was danach gehschah..

Samstag, 08.09.2012

"The poultry house is ready – now the chicks can come!“ – na denn, auf geht’s! Achso, ne, polepole, so schnell dann doch nicht :p Das Waisenhaus hat 50 Küken bestellt, die in Zukunft den Eier- Bedarf des Heims decken sollen. Der Hühnerstall war aufwendig renoviert und von den dort hausenden Flöhen befreit worden – fehlen nur noch die Bewohner. Der Plan: Kwicha fährt mit Abdallah Donnerstag Abend nach Malindi regelt alles, bleibt über Nacht, und Luisa und ich kommen Freitag morgen nach, um mit ihm
nach „Hell’s Kitchen“ zu fahren – schließlich hat er dann ja Zeit… naja, soweit zur Theorie.

Freitag früh, wir nehmen den ersten Bus um 5.00 morgens… gäääähn… Da es um diese Zeit hier noch stockdunkel ist, hat das Warten auf den Bus was vom „Fahrenden Ritter“ aus Harry Potter. Auf einmal taucht aus dem Nichts ein Scheinwerferlicht auf, das immer näher kommt, und dann hüpft der Schaffner aus dem Bus und sagt: „Going to Malindi?“, als ob das das Selbstverständlichste auf der Welt wäre – da fühlt man sich wie ein gestrandeter Zauberer, der in den Tropfenden Kessel gebracht wird ;-)

Um 7.30 sind wir also in Malindi und gehen erstmal frühstücken. Danach wollen wir Geld tauschen, aber Ali (the „money-guy“) ist nicht da.. Wir fragen beim Obstmann nach und der ruft ihn sofort an.. Zwar wusste er erst gar nicht, wen wir meinen, aber irgendwie hat dann doch jeder von jedem die Nummer : )

So, dann kann Kwicha ja jetzt kommen. Wir rufen ihn wie besprochen an und sagen , dass wir „ready“ sind – seine Antwort: „Let me call you and then I will tell you where I am.“ … warum einfach, wenn’s auch…. jaja ;-) Also warten wir… und warten… und gehen nochmal kurz was einkaufen… und warten… und gehen nochmal kurz aufs Klo… und warten etc.. Nach über einer Stunde ohne News von Kwicha, frage ich dann doch nochmal
nach, ob er denn schon „on the way“ ist. Seine Antwort: „We are at the Beulah Restaurant. Do you know where that is?” – “No.” – aufgelegt… joar.. gut, dass es tuktuk-Fahrer gibt,
die sich auskennen… 10 Minuten später sind wir also da und – was sol lich sagen –, es ist das Restaurant, in dem wir morgens schon gewesen waren : PP Also gut, zweites  Frühstück .- wir haben ja Zeit…

Kwicha sieht echt fertig aus und erzählt, dass er jetzt nach Mombasa fahren würde… Mombasa? Also nichts mit Hell’s Kitchen? Gut, dass wir extra nach Malindi gekommen sind, will ich gerade anfangen zu grummeln, als er sagt: „It’s all because of the chicks! Verfickte Scheiße!“ ;-)))) Das hat er wirklich gesagt! (Hat Katja ihm beigebracht, nicht
ich! : ) )

Das Problem ist wohl, dass er gestern zwar eine Lieferung hätte entgegen nehmen können, aber es waren 50 Hähne und nicht wie besprochen Hennen. Er hat alles zurückgehen lassen, sich mit dem „Agent“ angelegt und will nun selbst nach Mombasa, wo die Küken herkommen: „Otherwise it won’t work!“

Es tut ihm leid, dass er dadurch nicht mit nach Hell’s Kitchen kann (er kennt sich da
gut aus, wäre also ein idealer guide und würde dafür sorgen, dass wir keine Mzungo-Preise zahlen) – „But you understand that I could not possibly tell you that over the phone?“ – „Of course.“ (ähh, warum nochmal nicht? : )) )

Aber Kwicha wäre nicht Kwicha, wenn er nicht schon wieder einen neuen Plan in der Hinterhand hätte. Plan B – Abdallah geht mit! Der guckt zwar irgendwie komisch, aber order ist order ;-)
Nach dem Frühstück machen wir uns also auf und schon fängt er an: „Connie, there is a problem..“ – klar, hatten ja lange keins mehr, also her damit :p  Genau genommen hat der Gute nicht nur eins, sondern gleich mindestens drei.. 1: Er hat eigentlich einiges in Malindi
zu erledigen. 2. Er war noch nie in Hell’s Kitchen (toller guide : PPP ). 3. Er hat kein Geld für den Bus. … jooooar.. Das sagt er natürlich nicht zackzack hintereinander, sondern druckst bestimmt 20 Minuten rum… *Zeit*…


Ende vom Lied: Wir sind inzwischen am Busbahnhof angekommen und er will mit den Fahrern reden… na gut, reden wir halt mit den Fahrern.. zwischen durch treffen wir noch zwei Schulfreunde, drei Leute, die behaupten seine Freunde zu sein und einige andere
– und natürlich wird small talk gehalten. Inzwischen ist es 11.30 – gut, dass wir den 5.00-Bus genommen haben! ;-) Wir bekommen x verschiedene Informationen, welcher Bus wann von wo , wohin und wieder zurück fährt  - von den Preisen ganz zu schweigen. Interessant war der talk mit dem Fahrer, dessen Bus gerade keine Räder hatte, but „Don’t worry, they will be back on before we leave!“ Na denn…

Das Problem ist, dass „Hell’s Kitchen“ auf der anderen Seite des Galana-River liegt, wir also abends noch durchs Hinterland laufen müssen, um zum Fluss zu kommen, und diesen dann ja auch noch überqueren müssen. Als es hieß: „You will be in Baricho (andere Flussseite, ca. 30 Minuten Fußmarsch vom Wasser weg) at 8 pm – if all goes well“, ist uns das zu spät und zu dunkel und überhaupt – ursprünglich hieß es, wir wären um 6 pm wieder in Langobaya.. Also: Planänderung.

Wir fahren nach Watamu! Wir suchen uns ein Matatu und bitten Abdallah, einen vernünftigen Preis für uns rauszuhauen.. Er kommt wieder: „150 Ksh!“ – „That is way too much!! Tell him that!“ – Er kichert unsicher und sagt, dass er da nichts machen könne… ist klar, der ist ja eine tolle Hilfe ;-) Inzwischen ist es nach 12.00 und um heute überhaupt noch irgendwo anzukommen, steigen wir ein – Abdallah hinterher. „What are you doing?“ – „I’m coming with you!“ – aha, und wer bezahlt? Und hast du nicht sooo viel zu tun??  Er überlegt und überlegt, dann: “Wait, I have to get off. Do you find the way?“ – Scherzkeks, muss wohl?? : PPP Also doch alleine nach Watamu. Immerhin redet er nochmal mit dem driver und ruft uns zu: “You pay only 100 Ksh!” – geht doch : ) Als wir dann tatsächlich bezahlen, sind es schließlich noch 80 Ksh  (= 0,80 EUR für eine einstündige Fahrt über
den Mombasa Highway) also… patience pays ;-))

Als wir endlich losfahren im Party-Matatu (s. Foto) ist auch endlich Schluss mit all den „Ciao!“-Rufen.. Denn wer hier weiß ist, ist automatisch Italiener.. Diese machen hier gefühlt 95% der Touristen aus (tatsächlich gehören 65% der Hotels Italienern). Die
Kinder kriegen sich vor lauter „Ciao’s“ gar nicht mehr ein, aber man merkt auch, dass die Italiener hier keinen guten Ruf haben.. ein shop keeper sagte sogar „They destroyed this area and our businesses!“ – jedenfalls gucken viele gleich viel freundlicher, wenn sie feststellen: “So you are really not from Italy??” Man kann es sicher nicht verallgemeinern, aber die Kleinst-Bikinis, die viele der italienischen Touristinnen hier tragen oder die Macho-Haltung der dazugehörigen Männer hinterlassen in vielen Fällen halt kein positives Bild.

In Watamu angekommen, legen wir uns an den Strand – zwar ohne Handtuch, Buch und Badesachen, dafür wahnsinnig spontan :p  Nach einiger Zeit, einem kleinen Schläfchen und gefühlten 30 abgelehnten Schnorchel-Touren haben wir Hunger. Hier soll es ein Restaurant geben, dass von einer Deutschen und ihrem kenianischen Mann geführt wird und über das sich der Reiseführerautor vor Lob kaum eingekriegt hat. Problem nur: Watamu war ja für heute nicht geplant, d.h. Reiseführer liegt zu Hause und den Namen haben wir natürlich auch nicht.

Na gut, fragen wir halt. Eine ältere Dame sitzt mit einem jungen Mädchen vor ihrem
Shop, wir fragen, ob sie das Restaurant kennen. „No, but let me ask somebody for you!“ – und schon spurtet sie los, alle hinterher. Der tuktukfahrer weiß es auch nicht, schickt uns aber wiederum weiter und kommt gleich noch ein Stück mit – muss aus gesehen haben wie in einem schlechten Film :PPP Nach ein paar weiteren Stationen sieht es schlecht aus mit dem Restaurant – aber natürlich: „No problem with that! You come to my house. You sit and relax for some hours (!) , you take a shower and then we can eat!” –  süß : ) Aber wir haben nicht mehr so viel Zeit (geschweige denn ein paar Stunden, um zu schlafen
:P ) und lehnen dankend ab. Nach ein paar weiteren Überredungsversuchen anscheinend ein neuer Plan: „Wait!“ – und weg ist die alte Dame, die übrigens super Englisch spricht, lange in den Niederlanden gelebt hat und deren Kinder in Amsterdam studieren.  „In their
holidays  they come here, visit their mummy and enjoy the sun!“, aber zurück zum Plan: Sie drückt einem der motorbike-Fahrer etwas Geld in die Hand und beauftragt ihn, mit uns so lange das Restaurant zu suchen, bis wir es gefunden hätten!  : )))

Also, Connie, rauf aufs Motorrad:
„Really polepople, please, it’s my first time!“ – „No problem, you will be fine!“
– wir bedanken uns noch herzlich und los geht’s … im Schneckentempo, da hat er mich wohl etwas zu wörtlich genommen : ppp  (im Nachhinein schade, dass Luisa dem Mädel
nicht ihren richtigen facebook-Namen gesagt, ich hätte gern nochmal geschrieben, aber im ersten Moment sind die Menschen hier sehr schwer einzuschätzen..)

Silva fährt mit uns durch Watamu und stoppt schließlich vor einem kleinen Restaurant: „Tell me if it is the right one!“ – nein, natürlich nicht, aber sehr nett und so bleiben wir da und essen geniale sea food spaghetti über den Dächern der Stadt : )

Danach haben wir noch einen kurzen Moment Zeit und kommen mit einem der shop keeper ins Gespräch („You are not from Italy!!“). Ich kaufe schöne Ohrringe und eine typisch kenianische Schale, aber merke schnell, dass ich immer noch nicht handeln kann… wieder viel zu viel bezahlt, grrrrr… aber die Sachen sind trotzdem schön.

Dann wollen wir eigentlich noch ein bisschen die Straße entlang schlendern als ein Matatu den Rückwärtsgang einlegt und zu uns zurück fährt: „Going to Malindi?“ – ja, aber eigentlich erst später… naja.. „What’s the price?“ – „80 Ksh!“ – völlig überrascht ohne Handeln direkt den ordentlichen Preis bekommen zu haben steigen wir doch ein – und das
war eine gute Entscheidung! Denn auch das Matatu bleibt an jeder Ecke stehen, weil der Fahrer oder einer der Insassen jemanden kennt und das streckt natürlich die Fahrtzeit ;-)) Kommen also genau richtig für unseren Bus nach Langobaya in Malindi an und fahren zurück.. What a day! Truly African..

So much about the chick problem…
über den immer noch andauernden Lehrer-Streik hier und das Schaf auf dem Motorrad schreibe ich in den nächsten Tagen!

Liebe Grüße aus Langobaya

 
Connie

PS: Und aus ganz aktuellem Anlass: Dankeschön an Angelika und Höddy und Berit für die Postkarten, sind mir gerade gegeben worden!! : )) Mit den Päckchen von Mama und Mallise sehe ich da leider schwarz..

Matatus am Busbahnhofbesagtes Restaurant ... ;-) Malindi der Kreisverkehr in Malindi im Party-Matatu Watamu-Bay relaxing... Ich kann übers Wasser laufen : p Im roof-top-Restaurant in Watamu das ideale Und das Ding fährt tatsächlich! ;-) Der Bus zurück ist etwas voller... Mangos in den typischen Körben

Do you think that patience pays?

Samstag, 01.09.2012

Willkommen bei unserem Programm “Einführung in die kenianische Mentalität”.

Regel Nr. 1: Stelle keine Fragen.

Regel Nr. 2: Sollte dir selbst dennoch einmal eine Frage gestellt werden  (höchstwahrscheinlich von diesen nervigen Praktikantinnen
:p ), dann wähle zwischen den folgenden Antwortmöglichkeiten:

- „I don’t know.“

- „You wait and see.“

-  „I will tell you later.“

- oder: ignoriere die Frage einfach und spreche weiter auf Gerijama. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, kann man schließlich auch noch später darauf zurückkommen. (Beispiel: Ich frage Abdalllah: „So you are going home now?“ (Man könnte meinen, die Antwortmöglichkeiten seien hier begrenzt, aaaaber... – Er schaut mich an, keine Antwort. – Tage später: „Connie, I remember you asking me if I was going home.“ –  Ich: ratterratterratter, stimmt, da war was! “Yes, but you ignored the question if I may say so.” – Gelächter – “Well, yes I was going home on that day.” – Na Mensch, gut, dass wir das geklärt haben!! : ppp

Immerhin reden sie nicht nur mit uns so, sondern auch untereinander. Luisas Haare sollen eingeflochten werden, Abdallahs Frau ist Friseuse, er fragt sie, ob sie das machen würde und kommt mit folgender Antwort wieder: „She will tell me tomorrow if she can do it!“ Klar, da sieht die Welt schließlich auch ganz anders aus ;-)

Oder weiteres Beispiel: Beim Mittagessen sitzen auf einmal vier weitere (unbekannte) Kinder dabei. Ich frage (Fehler Nr. 1 ;-) ) Mama Askah wer die Kinder seien. Nach einem genervten Blick und einem noch genervteren Seufzer sagt sie: „They have not told me who they are and I will not ask them.“ – Ne, warum auch?? : P Jedenfalls haben sie munter mit Mittag gegessen und sind dann wieder gegangen. Oder Ventus kommt extra aus seiner „Heimatdorf-Zeit“ zurück ins Heim, um mit Mama Askah auf eine Hochzeit zu gehen. Ich frage ihn (jaja, ich weiß… :p ), wer denn heiratet, wenn er dafür extra „einbestellt“ wird. – Er schaut mich an: „Weiß ICH doch nicht!“ Achso, klar, blöde Frage ;-)

Regel Nr. 3: Sage nicht tschüß, es wird schon bemerkt werden, wenn du nicht mehr da bist. Nelly, die kenianische Praktikantin hier, war eines Tages verschwunden. „Where
is Nelly?“, fragte ich (uhuhuh, faaaalsche Frage). „She is not here.“ Achsooo… Ende
vom Lied war, dass sie knapp drei Wochen (!!) weg war, um ihre Mutter zu besuchen –  aber verabschieden wird doch überbewertet. Auch als ich nach zwei Wochen nochmal nachfragte, ob denn da alles okay sei (man hat schließlich gar nichts mehr gehört), kam nur: „She will come back and then she is there.“ Ich mach‘ mir mal einen Tee… :pp Nachtrag: Vorgestern war sie dann auf einmal wieder da.. Wie es war? „Fine.“ (immer diese ausufernden Antworten… :p)


A propos Tee: Essenszeiten (vor allem Frühstück) sind hier auch ein Thema für sich. Fragt man (jaja …), wann es denn Frühstück gibt, ist die gängige Antwort „When I get up.“ – Achso, dann… Es ist schon sehr nervig, wie sehr man hier einfach davon abhängig ist, wann sie sich entscheidet, Frühstück zu machen, denn Chapati über dem offenen Feuer kriegen wir selbst halt nicht hin.. 


Kommt es dann doch tatsächlich zum gemeinsamen Frühstück der Staff, sind die Tischmanieren der lieben Leute echt abenteuerlich..  Ich habe ja nichts gegen eine lockere Atmosphäre, aber das ist ein Rülpsen und Spucken, dass es zum Teil echt nicht mehr schön ist.. Wer was braucht, nimmt es sich, quer über die Teller der anderen drüber weg etc… Generell werden hier (so gut wie immer) die Hände zum Essen benutzt, aber das ist ja nun kulturell bedingt. Man trenne etwas Ugali ab, matsche es ordentlich in der Hand zu einem Ball zusammen und tunke es in den Rest..

A propos Essen: Luisa hatte gestern ein sehr lustiges Gespräch mit den älteren Jungs hier. Thema: Essen in Deutschland. „Habt ihr Chapati?“ – „Nein.“ – „Habt ihr Dumplins?“ – „Nein.“ – „Habt ihr Sukuma Wiki?“ – „Nein.“ – „Habt ihr Gidheri (Mais und Bohnen-Gericht)?“ – „Nein.“ – groooßes Unverständnis – „Gibt es denn in Deutschland keinen Mais?“ – „Doch.“ – „Aber keine Bohnen?“ – „Doch, auch.“ – „Und WARUM gibt’s dann kein Gidheri???“ : ))) Natürlich wurde auch nach Ugali gefragt. „Nein, haben wir nicht.“ – Wie, kein Ugali???? – Zum Schluss dann die ultimative Feststellung: „Also das Essen in Deutschland kann dann ja nicht so gut sein!!“ - ... mitleidiger Blick ... ;-))))))

Auch wenn Mama Askahs Malaria inzwischen überstanden ist, ist ihre Laune immer noch nicht von schlechten Eltern. Vor allem ist sie dermaßen schwankend, dass jeder Trip in die Küche eine Wundertüte ist. Das reicht von einem dermaßen gekeiften “Come!!!!“ (und dann wird einem gezeigt, dass man das Spülbecken nicht perfekt sauber hinterlassen hat – von einem danke fürs ganze Spülen sowieso kein Wort). Andererseits ist sie superbesorgt um uns, kocht immer etwas extra für uns wenn es was gibt, was wir nicht essen, gibt uns die größten Portionen, möchte uns beim ersten Nieser zum Arzt  bringen etc.. aber es ist einfach sehr anstrengend.

Genau wie die Frage: Wann soll man helfen, wann nicht?
Beispiel: Sie sitzt und sortiert Bohnen. Ich komme dazu und frage „Do you need help? – Sie: „What do you think?“ – also offensichtlich ein „Ja, nett, dass du fragst!“ ;-). Nächster Tag: Mama Askah bearbeitet frischen Fisch, ich fange an zu spülen. Sie: „Who told you
to do that??“ – also was denn nun?? Selbst entscheiden, was getan werden sollte oder doch fragen?? Bin so ein kleeeeeines bisschen genervt ;-)

Und wenn wir schon bei nervig sind : ppp Was gar nicht geht, sind die ganzen Handys überall, die IMMER klingeln!! Es gibt zwar kein Festnetz, aber jeder Depp hat mindestens ein Handy, was er stets bei sich trägt. Sollte es klingeln, werden sämtliche Gespräche (oder Gebete!) natürlich sofort unterbrochen. Das Unverständnis war groß, als ich meinte, mein Handy läge in meinem Zimmer und ich gucke dann später mal drauf ;-)

Da das Heim hier eines der wenigen Gebäude mit Strom ist, hat sich übrigens eine neue
Einnahmequelle entwickelt: Sämtliche Leute geben hier ihr Handy ab, es wird geladen und dann gegen ein paar Shilling dem Besitzer wieder ausgehändigt (s. Foto). Die Dienstleistung „Mobile charging“ wieder auch an manchen Shops beworben.

Was Süßes zwischendurch: Hat man hier ein Kind, wird man automatisch mit dessen Namen angesprochen. Blossom ist ein sehr niedliches Mädchen aus der Nachbarschaft hier, deren Mutter gestern zum Quatschen (man hat ja Zeit :p) vorbei kam. „Who is that lady?“ – „Mama Blossom, of course! Papa Blossom is still at work.“ : )))

A props Zeit: Die hat man hier einfach ;-) Das geht über die (absolute fehlende!!) Effizienz und Systematik, was die Erledigung sämtlicher Aufgaben angeht sowie schon über das Tempo, in dem man hier läuft ;-) Gaaaanz langsam… „Pole pole“, wie der Kenianer sagen würde, „immer mit der Ruhe“. Typisch ist z.B. folgende Situation: Im Kuhstall (dessen Bewohnerin übrigens immer noch nicht in Sicht ist) sollte etwas gegraben werden. Drei Hilfsarbeiter machen sich an die Arbeit – bzw. „an die Arbeit“ ist relativ, denn es gibt nur einen Spaten… Also tut einer was, die anderen sitzen daneben und quatschen… 

Oder auch: Zwei der Kinder hier haben HIV und müssen alle 2 Monate für Tests ins Krankenhaus nach Malindi – also sowieso schon eine aufwendige Aktion, die man aber noch viel aufwändiger gestalten kann: 1. beide Kinder haben einen genau versetzten Rhythmus – statt, dass man mit beiden zusammen fährt! 2. So ein Besuch läuft wie folgt ab: Ein Staff-Mitglied fährt mit dem Kind nach Malindi (es war ein Dienstag), die beiden sind nachmittags wieder da. Am nächsten Tag fahren sie wieder hin, denn es müsse noch Blut abgenommen werden und das ginge nur mittwochs… ??? Frage 1:Wieso geht das nur mittwochs?? Frage 2: Wenn ihr das vorher wisst, warum fahrt ihr dann nicht direkt mittwochs?? Aber die Antwort war wieder mal ein Lächeln… „We will just go again, no problem with that!“ --- neeee, das könnte ich einfach nicht….

Oder der Koch (wenn ich schon mal dabei bin ;-) : Er kommt jeden Morgen
um 7.00. Die Vorbereitung des Frühstücks obliegt allerdings Mama Askah (s.o.),
sodass er bis 10.00 (um diese Zeit bekommen die Kindergarten-Kinder ihrne uji
gebracht) nichts zu tun hat und in der Küche rumlümmelt. Frage (jaaaaaa :p): „Why don’t you come later if there is nothing to do in the morning?“ – Ein Blick, ein Lachen - fertig. ..
Hmm…

Oder die Einkaufsliste für das monthly shopping: Ganz nach dem Motto "Alt bewährt" wird im Prinzip jeden Monat dasselbe gekauft. Aber statt das sie diese Liste einmal abspeichern (Laptop, Drucker etc. sind vorhanden!), wird sie jeden Monat neu per Hand, ganz exakt mit Lineal etc., aufgesetzt.. Was das Frühstück schon mal um 2-3 Stunden nach hintern verschieben kann (s.o.) - schließlich MUSS das fertig werden... ahhh..

Mein neuer Rock ist übrigens da!! Hier ist es üblich, sich Stoff zu kaufen und bei der Schneiderin in Auftrag zu geben. Erst dachte ich: Teuer!!, aber: nein. Ich habe den Stoff für 3,50 auf dem Markt erstanden und die Schneiderin wollte gerade mal 2,00 für ihre Arbeit haben!! (Und das istwahrscheinlich schon der „Mzungo-Preis“!). 
Nach einer Woche sollte ich ihn abholen kommen. Jedoch waren wir an dem Tag bis spät auf dem Feld und am nächsten Tag in Malindi (s.u.), sodass ich erst zwei Tage später kam. Laden zu. Hmmm… Nelly führt uns zu einer anderen Schneiderin, langes Gequatsche auf Gerijama, dann „Let’s go!“ – „But what about my skirt?“ – „I will tell you later.“ (stimmt, hätte ich mir denken können ;-).
Dann  wurde ich tatsächlich eingeweiht in den master plan: Das Problem sei wohl, dass die andere Schneiderin wohl sobald nicht wieder aufmachen würde. Aber – hey – „no problem with that!“ – ne, natürlich nicht ;-) Sie würde in einem der rental homes in der Nähe vom Heim leben und jetzt sagt Nelly ihr Bescheid, dass sie auf ihrem Weg ins Dorf den Rock bei der anderen Schneiderin abgeben soll, die ihn dann wiederum Nelly…..(und so weiter ;-)) und dann hätte ich ihn ja. Na denn!

Und jetzt der Hammer: Am nächsten Morgen hatte ich ihn tatsächlich und bin sehr happy mit dem Ergebnis –s. Foto.  : ))


Ansonten waren wir Mittwoch wieder zum Monatseinkauf inMalindi – s. Fotos. Diesmal haben wir noch ein paar typisch kenianische Dinge erstanden wie Khangas und Kikoi. Zusammen mit Nelly und einem local guide sind wir in genialen Läden abseits der Tourismus-Gegend gekommen und haben gestaunt über Wände voller Stoffe, soweit das Auge reicht! Habe mich leider nicht getraut, ein Foto zu machen, aber das waren Farben – der Wahnsinn. Und zwischendurch überall Matatus mit Namen wie „Total blessing“, „Nothing but prayers“ oder „Prayers unlimited“… joar ;-) Leider hat es auf dem Rückweg stark geregnet, sodass das Mehl auf dem Dach des Busses sehr gelitten hat… (s.
Kwichas Blick auf dem Foto).

Seit gestern sind auch die Kinder wieder zurück – wurde auch Zeit : ) Die guardians brachten sie nach Langobaya und mussten sich mit einer Flut an Papierkram beschäftigen. Viele unterschrieben mit ihrem Fingerabdruck und dann waren sie wieder weg – schien für die Kinder aber kein Problem gewesen zu sein, gestern war die Stimmung sehr ausgelassen : )


Soweit von hier

Connie

ein Chamäleon ... lässt sich sogar streicheln! Marion (Abdallahs Tochter, 7 Monate alt) my personal alarm clock Jagdhund im Einsatz: Das Ende eines Hasen.. Handy-Ladestation wieder mal: schööön Feldbewässerung durch pipes Ratespiel: Which fruit is this? Und nochmal ;-) Für Höddy: Trampel in Malindi Alles auf dem Dach verstaut - let's go! Kwicha und der durchnässte Monatseinkauf.. Khangas und Kikoi Khangas ausgebreitet (man kauft immer ein Set) Mein neuer Rock! Am wichtigsten ist der Spruch. Der Außenminister hängt im Khanga (wie ein kenianisches Baby) Vielfältig tragbar : ) Kikoi im Einsatz Taschenlampe laden auf kenianisch Vollmond in Langobaya

Today we go to the shamba!

Samstag, 25.08.2012

Man könnte ja meinen, dass hier, nachdem die Kinder in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt sind, nicht viel los ist – einerseits ist das auch so, andererseits greift eine nicht gekannte Arbeitswut um sich ;-)

“Tomorrow we go to the shamba (= Feld)!”, wurde uns sodann auch mitgeteilt. *Begeisterung*, aber muss wohl gemacht werden.. Zusammen mit sämtlicher staff (inkl. dem Schreiner, den Hilfsarbeitern, dem Kindergarten teacher etc.) ging es also im
Gänsemarsch auf das 4 km entfernte Feld, das dem Heim gehört (s. Fotos). Dort wurden Gräben zur Bewässerung gezogen und später wurde gepflanzt (Mais,Tomaten, Sukuma wiki). Die Sonne knallte und an den Händen bildeten sich schnell die ersten Blasen – und keine Pause in Sicht. Als es dann auch noch hieß, „We will stay until the evening!“, war ich echt fertig.

(Gefühlte ;-) ) Stunden später wurden Luisa und ich dann zum „Relaxen“ unter einen Baum
geschickt. „I give you 30 minutes!“, scherzte einer der Arbeiter noch. Als ich dann nach einer halben Stunde (immer noch total fertig) pflichtbewusst wieder aufs Feld trottete, tönte es von allen Seiten: „What are you doing?! You go and relax!!“ Okaaay, dann also zurück zu meinem Bäumchen… War zwar lieb gemeint, aber irgendwie fühlt man sich natürlich auch blöd dabei, wenn alle arbeiten und man selber daneben sitzen soll… Als wir dann irgendwann wieder zu Hause waren, habe ich den Rest des Tages mit Kopfschmerzen im Bett verbracht, weil es doch einfach zu viel Sonne war.. Jedenfalls ein unbefriedigender Tag.. Und das Beste: „Tomorrow we will go again!“ Juhuuu…

Am nächsten Tag war Luisa dann krank und konnte zu Hause bleiben, was meine Motivation natürlich noch mehr steigerte : P Als ich dann mit meiner Wasserflasche bewaffnet mit aufbrechen „wollte“ (aber muss wohl..), guckten mich wieder alle an: „What are you doing?“ – Naja, wonach sieht’s denn aus?? Warum werde ich das hier ständig gefragt?? „Luisa is sick!“ – „Yes, I know.“ – „So we need you to stay here!“ – “Okaaaay…” -. “Connie! You cannot leave somebody is sick alone!” -man muss dazu sagen, sie war erkältet, aber mehr auch nicht und hätte gut auf sich selbst aufpassen können ;-), musste selber lachen, als sie das hörte…  Ende vom Lied: Wir haben uns einen netten
Vormittag gemacht : )


Am Donnerstag haben wir uns dann auf den Weg nach Gede gemacht, ein kleiner Ort südlich von Malindi, der vor allem für seine Ruinenstätte  berühmt ist. Wir fuhren mit
dem Bus nach Malindi und nahmen von dort ein Matatu nach Gede. Ein Matatu ist
wie ein Bully, indem neben dem Fahrer 9 Sitzplätze vorhanden sind – das sagt aber nichts über die tatsächliche Anzahl der Passagiere aus, wie wir schnell lernten ;-) Man genießt hier als Weißer aber einer dauerhaften „Privatpatienten-Status“, sodass für uns sofort Sitzplätze frei gemacht wurde – so sehr man auch sagt, dass das nicht nötig ist. Als wir dem Fahrer, der uns zuerst mitnehmen wollte, sagten, dass wir aber in die andere Richtung müssten, stürzte er sich z.B. auch sofort auf die (nicht gerade wenig) befahrene Straße, um ein Matatu in der Gegenrichtung für uns anzuhalten und uns sicher über die Straße zu bringen : )

Die Ruinen waren beeindruckend, zumal sie zum Teil von Bäumen „überwachsen“ sind, was sehr schön aussieht. Und zwischendrin überall Affen : ) Unser persönlicher guide hat sich auch wirklich Mühe gegeben, uns alles genau zu erklären.

Danach sind wir weiter zum „Kipepeo-Projekt“ gegangen. „Kipepeo“ bedeutet Schmetterling und darum geht es auch – Schmetterlingszucht im Rahmen eines richtig tollen Projektes. Das ursprüngliche Problem: Die Ruinenstätte liegt inmitten eines geschützten Waldes, was die Bauern aber lange Zeit nicht davon abhielt, ihn gnadenlos abzufällen, um mehr Ackerland zu gewinnen. Die Idee des Projektes war es also, diese Menschen davon zu überzeugen, dass der Wald in der Tat schützenswert ist – und zwar in dem durch ihn die wirtschaftliche Situation der Menschen verbessert wird. Der Plan war also folgender: Die Bauern wurden ermutigt, Schmetterlinge zu fangen und die Larven (für umgerechnet 0,70-0,90 EUR das Stück!) an das Projekt zu verkaufen. Dieses exportiert die Kokons dann weiter (vor allem in die USA und nach England, an Zoos etc.). Die Nachfrage ist immens, das Projekt ein Riesen-Erfolg  und die Bauern sind heute die größten Verfechter der Unversehrtheit des Waldes, da diese (und die somit hier lebenden Schmetterlinge) inzwischen ihre Lebensgrundlage darstellen. Wir waren die einzigen Besucher und Salimu hat sich viel Zeit für uns genommen.


Als wir durch waren, meinte er noch: „We will take lunch now, would you like to join us?“- und so haben wir mit der Schmetterlingscrew noch Chapati mit Bohnen und Sukuma wiki gegessen und uns richtig nett unterhalten (alle hier konnten sehr gut englisch). Das Essen wurde von einem Kiosk in der Nähe geholt („to go“ sozusagen ;-) ) und kam in kleinen schwarzen Plastiktüten, in die hier einfach alles gekippt wird (habe mich bemüht, das nicht mit den „Aufsammeltüten“ von Toddy zu assoziieren :P ). Als wir fragten, wieviel sie für das Essen bekämen, waren sie ganz entrüstet: „You are our guests! Just enjoy! When we come to your place, you do the same for us.“ : )

Als wir auf dem Rückweg noch etwas Zeit in Malindi hatten, bevor unser Bus zurück nach Langobaya ging, gab es noch eine lustige Szene: Wir waren gerade in ein Tuktuk gestiegen, als unser Fahrer noch eine weitere (sehr attraktive) Frau mitnehmen wollte. Diese signalisierte ihm aber, dass sie lieber ein motorbike nehmen möchte (hier  stehen überall Motorradfahrer bereit, die einen für etwas Geld überall hin mitnehmen) und
sofort war sie von (ungelogen!) fünf Motorrädern plus dem Tuktuk umringt, die sie alle fahren wollten. Da mussten alle lachen.

Wenn man hier übrigens fragt, wie weit etwas weg ist, hört man neben dem bligatorischen „not far“ (ich frage mich, wann ein Kenianer jemals etwas als „weit weg“ bezeichnen würde ;-) ) oftmals eine Zahl wie „150“ – hmm, 150 was?? Kilometer können es nicht sein, soweit ist Malindi nun auch nicht weg… „150 Shilling of course!!“ – „???“ – ahhh, der Bus dort hin kostet 150 Ksh : P Auch eine interessante Art, um Entfernungen anzugeben!

Aufgrund der doch sehr einseitigen Ernährung haben wir inzwischen übrigens auch die Wochentage umbenannt: Es gibt jetzt den „Magnesium-Tag“, den „Vitamin C-Tag“ etc., je nachdem, welche Brausetablette dran ist ;-)

Zum Abschluss nochmal ein schönes Beispiel für das kenianische Zeitverständnis: Unser Sozialarbeiter hier ist jetzt seit ca. 6 Wochen da und hat noch keinen einzigen „off-day“ genommen (Wochenende gibt es in dem Sinne nicht, jeder hat andere „off-days“, die sie dann entweder nehmen (sprich: zu Hause bleiben) oder eben trotzdem zur Arbeit kommen). Als ich ihn darauf ansprach, meinte er nur: „Connie, you see, I’m very busy! There is so much that has to be done. You can only take an off-day if the situation allows it.“ – Wieder was gelernt ;-) Nun ja, das klingt jetzt sehr dramatisch, aber ihr müsst euch um den armen Mann nun wirklich keine Sorgen machen… Denn obwohl er ja sooo “busy”
ist, lief der Morgen heute z.B. so ab: 8.00, Abdallah kommt zur Arbeit. „Good morning, Connie, how are you?“ (ohne diese Frage geht hier gar nichts!) – „I’m fine, thank you, what about you?” – „Very busy… Do you have time to go to the river today?“ – “On official duty?” – “No!! Just relaxing!” – “Well, I think you are busy??” – Gelächter… Irgendwie
schien sich hier für ihn kein Widerspruch aufzutun… ;-)))

Nach einem ausgiebigen Frühstück ist er dann übrigens gegen 10.30 doch tatsächlich an die Arbeit gegangen… aber ein off-day? No way! Doch nicht wenn man soooo viel zu
tun hat!! :PPP

 

Liebe Grüße aus Langobaya

Connie

 Sonnenuntergang in Langobaya Rohbau auf kenianisch Auf dem Weg zum Feld Gräben ziehen Vierecke machen : ) Noch ein neuer Freund : ) Ein kleines Chamäleon Dumplin-Produktion : ) Markt in Langobaya  die Palast-Ruine von Gede auf dem nature trail um Gede Ein Affe, ein Affe ;-) .. und noch einer! überwucherte Ruinen in Gede  Chapati zum Frühstück Das Kipepeo-Projekt Schmetterlings-Kokons Frisch geschlüpft : )



 

Eine Busfahrt, die ist lustig..

Sonntag, 19.08.2012

Connie meets Color! Mein Farbspektrum ;-) Noch mehr neue Freunde.. Pilau: gewürzter Reis mit Ziegenfleisch Füße ausmessen für neue Schuhe Moses' PC zieht die Massen an ;-) frisch gemachter Passion-juice - hmmmmm... Es wurden sogar Elche am Strand gesichtet! Urlaubsstimmung Frühstück im Ozi's Bed&Breakfast in Malindi Malindi-Einkäufe Marine-Park in Malindi Meine neue Schildkröte und das Meer Me : ) Am Indischen Ozean Kamera-Spielereien

 

Am Freitag war es wieder soweit: Lusia und ich machten uns auf nach Malindi. Zusammen mit Mama Sozi wollten wir den 6.30-Bus nehmen, als es um 6.00 hektisch gegen unsere Tür klopfte: Jetzt aber schnell – der Bus ist da! Also ohne Frühstück raus gerannt – doch wieder noch 15 min gewartet – und dann ab in den Bus. Ich liebe das kenianische Zeitverständnis ;-)

Gemessen an der Uhrzeit bin ich dann im Bus auch schnell eingeschlafen und habe dadurch laut Luisa folgendes Schauspiel verpasst: Der (überfüllte) Bus geriet in eine Polizeikontrolle und nach einigem Hin und Her mussten alle ohne eigenen Sitzplatz aussteigen. Der Bus passierte die Kontrolle – die Ausgestiegenen liefen zu Fuß durch dieselbe – und stiegen anschließend wieder ein : P Großes Gelächter war die Folge..

In Malindi angekommen hatten wir dann aber wirklich Hunger. Eine Frau am Straßenrand verkaufte frisch gemachte Dumplins für 10 Ksh das Stück. Wir fragten Mama Sozi, ob der Preis in Ordnung sei – keine Antwort (wie so oft hier, echt eine seeehr  nervige Angewohnheit) und kauften welche. Kurz darauf lacht sie sich schlapp, dass wir viel zu viel bezahlt hätten, der normale Preis wären 5 Ksh. Na – wie lustig!! Grrrr… toller kenianischer Humor.

Später verschlägt es uns auf den tourist market. Als „Mzungu“ (Weißer / Europäer) ist man hier natürlich Frischfleisch und alle wollen einen in ihren Laden bringen. Die besten Sprüche hierbei: „Free looking! I don’t charge looking!“ Na, das wär ja noch schöner ;-)) Auch ganz nett: „Come in for good luck!“ Auf jeden Fall muss hier gehandelt werden, was das Zeug hält. Mag ich nur leider gar nicht.. Vor allem nicht, wenn es so läuft wie bei Luisas versuchtem Kikoi-Kauf (schöne Tücher): Erst wollte die Dame 1000 Ksh haben,
dabei wissen wir, dass der normale Preis bei 350 Ksh liegt. Als wir daraufhin gehen wollten, kam nur: „Don’t leave. We have to talk, talk, talk and then we shake hands!“ Toll, warum machen wir nicht einfach gleich einen vernünftigen Preis? Der erste ist
jedenfalls totale Veräppelung.. fühle mich hier irgendwie dauerhauft verarscht,
nicht schön.. Jedenfalls hatte die Dame irgendwann auf 450 Ksh eingelenkt, aber
wir wollten aus Prinzip nicht mehr bezahlen, der normale Preis sind nun mal
350. Dann kamen aber Aussagen wie „100 Ksh don’t hurt you, just pay them, you are very rich! We need to pay the school fees for our children and we need to eat…” Ne, das ist doch keine Verhandlungsbasis, einem ein schlechtes Gewissen machen zu wollen… Gab
jedenfalls keinen Kikoi für Luisa (obwohl der echt schön war) und weiter ging’s..

Richtig gut (allerdings auch auf deutschem Preisniveau) war hingegen unser Mittagessen: Beim Italiener „I love Pizza“ gab es geniale Tagliatelle mit frischem Fisch! Und zum Nachtisch sogar Eis! Hmmmm…. nach Wochen voller Ugali weiß man das umso mehr zu schätzen : )

Am nächsten Tag sind wir zum Strand gefahren und hatten dabei unsere liebe Freude mit den tuktuk-Fahrern… Eine Fahrt zum Marine Park kostet 100 Ksh  fertig. Aber was kann man bei Mzungos nicht alles probieren?? Wir kommen an, der Fahrer will 150 Ksh und
sagt, das wäre schon immer der Preis gewesen. Klar – komisch nur, dass wir den
die letzte Male nie gezahlt haben?? Wir blieben hart, er war beleidigt wie ein
kleines Kind (Arme verschränkt, weg gedreht, … ich dachte, ich wird‘ nicht mehr!) und nahm letztlich ohne ein Wort den 100-Ksh-Schein. Auf der Rückfahrt dann folgendes Szenario: Der gute Fahrer will 200 Ksh! Das wäre schon IMMER so gewesen und hätte NICHTS damit zu tun, dass wir Mzungos wären. Jo – ist klar. Er meint, wir könnten jeden fragen, dass das so wäre. Blöd nur, dass der herbeigerufene „Dritte“ ebenfalls meint, der Preis wären 100 Ksh ;-) Daraufhin kriegen der Mann und der Fahrer sich erstmal tierisch in die Wolle (wir haben ja Zeit…) – mit dem Ergebnis, dass der Fahrer meint, auf diesen Mann dürften wir nicht hören.. Nach einiger Zeit (wir waren langsam die Attraktion des
Parkplatzes) lenkt er auf 150 Ksh ein (wir würden ja nur nicht wollen, dass er
was zu essen kaufen könnte... etc…) und fährt beleidigt ab.. Also von Tuktuks
hatte ich erstmal genug! (Wenn sie nur nicht so verdammt praktisch wären!).

Die Rückfahrt nach Langobaya war dann auch sehr lustig. Das erste Mal war der Bus tatsächlich schon bei unserer Ankunft so voll, dass wir stehen mussten: 2,5 Stunden Buckelpiste vor uns- das wird ein Spaß ;-) Wir fahren los und nach einiger Zeit wird dem Kind, das auf dem Schoß seiner Mutter ganz dicht bei mir sitzt – übel und es bricht.. Schööön ;-) Nach ca. 1,5 Stunden dann ein Lichtblick: Ein Sitzplatz, ein Sitzplatz! Es müssen aber immer noch viele stehen, als der Bus auf einmal hält und viele Leute aussteigen. Wieder eine Polizeikontrolle? Nein, nur ein Berg – und der Bus ist zu schwer
;-) Also: Leute raus, der Bus kriecht im Schneckentempo (und mit vielen
merkwürdigen Geräuschen) den Berg hoch, Leute wieder rein – und weiter geht’s!
Wie der Kenianer sagen würde: „No problem with that!“

Heute früh sind die Kinder dann von ihren guardians abgeholt worden, um für zwei Wochen in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Es gibt eine neue Richtlinie von der Regierung, die besagt „that they have to mix with their people.“ Der Ferienunterricht muss da die Nachsicht haben (ist eigentlich von der Regierung sowieso verboten, aber die Schulen machen es trotzdem). So, jetzt sind sie weg (bis auf zwei, mal gucken, ob da noch wer  kommt) und es ist echt still. Wird wohl nicht viel los sein, die nächsten zwei
Wochen.. (der Koch und die Hausmutter sind im Urlaub, Kwicha „on official duty“
in Nairobi… joar).

 

Viele Grüße aus dem stillen und regnerischen Langobaya!

Connie

I want to know my Happy Birthday : )

Dienstag, 14.08.2012

60 Stück sind gefragt! Waffel-Verteil-Station Schööön.. Neue Freunde ;-) Waffeln zum Ferienbeginn

 

Die Frage, wie alt jemand ist, scheint hier in der Regel keine große Rolle zu spielen. Aber
ab und zu werden die Kinder es doch gefragt, z.B. beim Arzt. Eine klare Antwort
haben allerdings die wenigsten, genauso wenig wie eine Geburtsurkunde. Für die
Kinder im Heim liegt diese zwar inzwischen vor, es handelt sich aber oft um
geschätzte Daten. So wurden selbst für unsere Zwillinge verschiedene Jahrgänge
angegeben..

Um den Kindern aber doch ein Gefühl für ihr Alter zu geben, habe ich anhand der
Geburtsurkunden kleine Kärtchen mit dem angegebenen Geburtsdatum und dem
aktuellen Alter erstellt. Gleich wollten alle ihren „Happy Birthday“ wissen :
)) Und doch gab es erstmal einige zerknirschte Gesichter: „My birthday is
already gone, I want another one!“, „I am taller than him, how can he be
older??“, oder wie erklärt man Saidi (13 Jahre, geboren am 13.01.), dass er
nächstes Jahr zwar 14 wird, sein Geburtstag aber trotzdem nicht am 14.01. ist?
Für Micah wurde nur das Jahr geschätzt, er hat sich darauf einfach einen Tag
ausgesucht: „From now on, my birthday is on December 1st! Can
you write that in the list?“ Fridah ist davon überzeugt, dass ihr Geburtstag am 40.5. ist, aber ich habe mal die 30 stehen gelassen ;-)

So wenig Bedeutung dem Geburtstag auch beigemessen wird, umso bedeutender ist dafür der Name. Viele Namen entsprechen der swahelischen Begriff für wichtige Dinge: „Amani“
ist der Frieden, „Furaha“ das Glück und „Baraka“ der Segen. Die Kinder wollten
unbedingt wissen, was ihre Namen auf Deutsch bedeuten und rufen sich jetzt oft
damit: „Segen Drei (wir haben drei Barakas), let’s go!“ :-) Als Luisa gefragt
wurde, was ihr Name bedeutet und sie meinte, dass sie das nicht wisse bzw. der
Name nicht direkt eine Bedeutung habe, war das Unverständnis groß. Aber Saidi
(der „Helfer“, wie sein Name schon besagt) hatte direkt eine Lösung parat: „Just
choose a new one, then you know what it means!“


Gestern kam der Arzt für einen Check-Up der Kinder. Klingt zwar gut, aber letztlich hat er
sie nur gewogen und gemessen (bzw. wiegen und messen lassen und hat selbst die
ganze Zeit nur geschrieben). Eine Untersuchung war das also nicht wirklich… Das
Gewicht der Kinder war viel zu gering – obwohl sie zwischen 7 und 18 Jahren alt
sind, haben es gerade mal zwei (!) auf über 50 kg gebracht! Die meisten
rangieren zwischen 24 und 30 kg – aber das schien den Arzt nicht zu stören. In
zwei Wochen kommt er wieder, mal gucken, was dann „untersucht“ wird.

Außerdem haben hier diese Woche die August-Ferien begonnen („Sommer“ kann man hier ja nicht sagen). Obwohl diese eigentlich 4 Wochen lang sind, haben die Kinder de
facto nur eine Woche frei. Danach müssen sie dann doch wieder in die Schule,
weil die Lehrer sonst den Stoff nicht schaffen. Diese Art der „tuition“ ist
zwar von der Regierung verboten worden, aber die Schulen kümmern sich nicht
darum, da andererseits vorgeschrieben ist, den Stoff zu schaffen..Zum Ende des
zweiten terms gab es auch report cards (Zeugnisse). Anstellte von Noten erhalten
die Kinder Punkte pro Fach. Die Fächer sind math, science, Christian Religious
Education, English, Swahili and social studies. Insgesamt kann man 500 Punkte
erreichen, aber wer über 400 kommt, ist schon sehr gut. Anhand der erreichten
Punktzahl wird ein ranking unter den Schülern einer Klasse ermittelt. So wurden
Luisa und ich auch direkt gefragt: „Which number are you in your school?“, „Number?
What do you mean?“, „Your number – you must have a number!“ Sie meinen also die Position, die man innerhalb seiner Klasse einnimmt. Vier der Kinder hier sind in ihren Klassen Nummer 1 (Francis ist sogar Jahrgangsbester der 4. Klassen und hat dafür einen
Pokal bekommen), worauf das Heim sehr stolz ist. Dennoch sind solche
Klassenwertungen ja total subjektiv und hängen natürlich vom Gesamtleistungsstand der Klasse ab! So wurden manche Kinder z.B. für einen 2. Platz gelobt, obwohl ein anderes Kind aus einer anderen Klasse zwar vielleicht „nur“ 7. ist, aber dennoch insgesamt mehr Punkte erreicht hat!

Aber auch das Zustandekommen dieser Punkte ist sehr gewöhnungsbedürftig. Hier mal ein Beispiel aus dem Religionsbuch der 1. Klasse mit anschließender Testfrage:

Look at the people in the picture. This is a family. A family consists
of father, mother, brother and sister. A good child will do what father and
mother say. This makes God happy.

Question: What do you do at home?

What I have learnt: I will do what mother and father say.

What I will do:

1. Thank God for my family.

2.    Obey my mother and my father.

(Ende der Einheit)

Da wird doch mal richtig selbstständiges Denken gefordert, nicht wahr?!


Und jetzt kommt's: Exam question
(underline the correct answer): How should you behave towards your parents? (obey/
disobey / ignore) …. joar…. :)

Der Grund für trotz allem teils schlechten Ergebnisse liegt vor allem in den fehlenden
Englischkenntnissen der Kinder. Dieses wird hier einfach vorausgesetzt, aber
nirgends systematisch eingeführt. Andererseits gibt es aber Punktabzüge für
falsche Zeitformen oder Rechtschreibfehler…

Am Wochenende stand zudem wieder eine Beerdigung an, zu der der Großteil der staff
gegangen ist. Als ich den Koch fragte: „Did you know the deceased?“, meinte er
nur: „No, no idea“ – joar, macht Sinn ;-) Es gehört hier einfach dazu, zu
Beerdigungen zu gehen, von denen man erfährt.

Mama Askah hat uns neulich noch erzählt, dass sie ihre 10 Kinder alle Zuhause bekommen hat und nur bei den ersten beiden von ihrer Mutter unterstützt wurde. Als sie
unsere Gesichter sah, meinte sie nur: „Why? No problem with that!“ Na denn ;-) Mama Sozi hat ebenfalls neun Kinder. Die “nächste Generation” (sprich der Hausvater, der Koch und der Sozialarbeiter) haben aber vor, es bei dreien zu belassen.. Schauen wir mal..

 

Viele Grüße aus Langobaya

Connie

Alltag

Dienstag, 07.08.2012

Die kleine Ziege läuft!! Tanzeinlage der Kleinen Das Feld vor den Ställen wird für neues Gras vorbereitet die hauseigene Neue Schilder Der Wir bringen den Das Tor in frischem Grün : )

Morgens sind wir für gewöhnlich gegen 7.30 in der Dining Hall und bereiten das Frühstück vor. Gegen 8.00 trudeln dann auch so langsam alle dafür ein. Mama Askah ist in der Regel seit 5.00 wach und hat oft schon gewaschen, gebügelt oder ähnliches. Zum Essen gibt es entweder selbst gemachtes (Weiß-)Brot, Skons, Dumplins oder Half-Cakes. Zum Draufmachen gibt es allerdings nur Margarine. Die Marmelade, die wir aus Malindi mitgebracht haben, ist schnell alle. Zum Trinken gibt es InstantCoffee, heiße Milch oder Wasser. Der Tee ist zur Zeit auch alle.

Nach dem Frühstück wird die dining hall gefegt, die rote Erde verteilt sich überall. Oft wird danach auch noch gewischt. Die letzten Tage ging es danach zu dem Bereich vor den Ställen, wo demnächst neues Gras gepflanzt werden soll. Hier ist es so trocken, dass die letzte "Grasart" nicht gewachsen ist. Das hieß umgraben, Dung einsammeln und Stöcke und Müll zusammentragen. In der nächsten Woche werden wir auch eine trächtige Kuh bekommen, die dann für Milchnachschub sorgen soll. Die anderen Kühe wurden letzte Woche verkauft.

In den Tagen davor waren wir als Maler tätig. Neben dem Eingangstor - das in einem frischen Grün von uns gestrichen wurde - haben wir Schilder bemalt und beschriftet, die nun Besucher durch unser "Dorf" führen.

Die kleine Ziege - inzwischen "Rajab-Louis" getauft - hat tatsächlich noch gelernt zu laufen, was ich echt nicht mehr gedacht hätte. Zunächst nur auf zwei Beinen und insgesamt sehr wackelig, war sie die letzten Tage nicht mehr zu halten. Besonders "interessiert" schien sie am Nachhilfe-Unterricht der Kinder, wo sie stets zu finden war. Seit dieser Woche ist ihr Welpenschutz allerdings vorbei und sie muss mit den anderen Ziegen den Tag mit dem Cowboy draußen verbringen.

Um 12.00 kommen die Kindergarten-Kinder wieder und gegen 13.00 gibt es Mittagessen für sie und die Staff. Die anderen Kinder essen in der Schule (wofür jedes Kind seinen eigenen Teller mitnimmt). Die Erst- bis Drittklässler kommen nach dem Essen nach Hause. Für sie und für die Kindergartenkinder geht es dann von 14-16.00 mit Nachhilfe weiter, wo ich gerne mitgehe. Die älteren Kinder kommen zwischen 17 und 18.00 wieder und haben dann von 18.30-20.00 Nachhilfe! Gegessen wird zwischen 19.00 und 20.30 (teils in zwei Schichten). Danach erzählt eines der Kinder eine Story, was in der Regel aber sehr holperig abläuft. Nach der Frage "Who is giving us a story tonight?" folgt die zweite entscheidende Frage: "Who is praying tonight?" Nach einem gemeinsamen Gebet gehen dann auch alle ins Bett.

Liebe Grüße aus (dem heute bedeckten) Kenia

Connie

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